Eine Frühe Frühschicht Geschichte - Guten Morgen!

Gedanken zur Schichtarbeit

 

Die meisten Ampeln sind auf "AUS" und blinken im Takt.

 

Die Häuser werfen lange Schatten.

 

Ich fahre mit meinem Auto durch die Stadt, dann durch den Wald, es regnet, kann kaum einen Meter weit sehen - der Nebel verschluckt die Umgebung.
Wie viele Füchse habe ich schon gesehen, nachts auf der einsamen Straße. Und Igel über den Asphalt tappsen - gerade noch kann ich ausweichen, von Rehen ganz zu schweigen.
Im Winter fallen Flocken, im Lichtkegel zu sehen, bin priviligiert als erstes Auto über die noch geschlossene Schneedecke zu fahren, vorsichtig.
Es ist ruhig, die Straße gehört mir, niemand ist unterwegs um diese Zeit, oder noch unterwegs um diese Zeit.

 

Um 23:59 Uhr erklingt aus dem Radio die Deutschlandhymne, mir wird feierlich zumute, ein Tag schließt ab, ein neuer bricht an.

 

Wenn ich zur Frühschicht fahre, lausche ich die Nachrichten der ARD Infonacht um zu hören was in der Nacht irgendwo (hoffentlich weit weg!) geschehen ist. Es ist die einzige Stimme weit und breit.
Ich fahre mit halben Augen den Weg zum Dienst, völlig müde.

Am liebsten würde ich schlafen und wieder zurück ins Bett.
Wie soll ich den Tag nur überstehen?

Um 3.20 Uhr schläft die Stadt noch.
Ein LKW Fahrer drängelt hinter mir, ich hab´s lieber gemütlich so frühzeitig morgens, soll er doch überholen!

 

Spätschichten sind mir lieber, bin ein Nachtmensch (meistens), nachts wenn alles schläft...
Wenn nur noch im Kühlschrank das Licht brennt :) schicke ich meine Stadtbahn schlafen, auf Gleis 11,12 oder 22 - gehe rüber zum Parkplatz, schließe auf, fahre mit meinem Auto vom Parkplatz und hinaus in die Nacht -
mal sehen, was mir diesmal so alles auf den Straßen begegnet.
Spannend ist es immer, wenngleich es meist schwierig ist die Augen offen zu halten - bin froh wenn ich heil zuhause oder im Geschäft ankomme - nun wird geschlafen -

 

Gute Nacht - bis zur nächsten Schicht...

 

 

Es ist 2.35 Uhr, der Wecker klingelt gleich, draußen regnet es leicht. Auf zur dritten Frühschicht. Unruhiger Schlaf, Angst zu verschlafen. Das Klingeln des Weckers ist wie eine Erlösung

Die Geräusche folgen in diesem Hörbild sehr schnell aufeinander. Duschen *zack* Tee kochen *zack* usw.. in der Realität ist es nicht ganz so flott, aber schon.. denn ich habe morgens nichts zu verschenken. Es gibt Kollegen, die selbst bei Dienstbeginn um 3.15 Uhr, 1h bevor sie aus dem Haus müssen, aufstehen, um in Ruhe ihren Kaffee trinken zu können - bei mir undenkbar!

 

(Die Aufnahmen entstanden wirklich um diese frühe Zeit!)

 

Schichtarbeit ist bei "Nicht Schichtlern" nicht nach(fühl)bar. Ich versuche ein wenig Empathie zu erzeugen mit dem Bsp: "Stell dir vor, du schläfst nachts schlecht weil du um 3 aufstehen musst, weil du in Urlaub möchtest".

Nur fährt man in Urlaub 1x, steht 1x früh auf - Frühschicht machst du das 3/4/5x hintereinander! 1x geht immer, dann wirds schwerer...  kannst du dir das vorstellen?