Schwerin, durch die Platte - Eine Straßenbahnfahrt in Grau

**Schwerin** - Ein trüber Tag im April, an der Haltestelle "Helgelstraße" klagt ein kleines Mädchen über Bauchschmerzen, der Vater hält das Händchen fest umschlossen, so steigen beide in die rote Bahn, die das Ziel hat: KLINIKEN.
An der Stauffenbergstraße wechseln die Fahrer, der Mann in der Uniform zieht den Schlüssel, steigt aus, umarmt auf dem Bahnsteig eine Frau in Uniform: "Dann hast du Spaß, und ich mach hier weiter!", Kuss.

 

5 km sind es bis zum Zentrum, zur Altstadt, da bummeln die Touristen, besuchen schmucke Läden, schlendern durch verträumte enge Gassen, sitzen auf Seeterassen, mieten Tretboote, besichtigen das märchenhaft anmutende Schloss.
Ich stattdessen sehe an einem Wohnblock hinauf und zähle die Stockwerke... 8 Stockwerke, wer ganz unten wohnt weiß 8 Balkone über sich, auf dem Rasen liegt Müll, Putz bröckelt an der Hauswand, nach Moskau beträgt die Entfernung 1769 km und nach Warschau sind es noch 630 km, so steht es in Stein gemeißelt, eingraviert auf einer Säule vor der Bibliothek.
Die Straßenbahnen fahren im Minutentakt durch die Häuserschluchten, nah an der Kante des Schweriner Sees, verbinden das schöne Schwerin mit der grauen Plattenbausiedlung "Dreesch", einer ganz eigenen Welt, die für mich genauso zu dieser Stadt gehört, wie der herausgeputzte Marienplatz.

 

Meine Eindrücke kommentiere ich, das geschah zusätzlich am 3. April 2019 Live per Audio Handynachricht an Wenke und Johannes, mit denen ich zusammen die WhatsApp Gruppe "Stadtbahnfreunde" bilde.

Das Hörbild nimmt teil am "Kurzhörspielwettbewerb PiNball 2019" der ARD.

Länge: 20´00

Produktion: Fritz-Kopfkino Juli 2019

links führen die Gleise in den "Großen Dreesch", um die Ecke befindet sich gleich die Haltestelle "Stauffenbergstraße"

 

(das Wartehäuschen auf dem Bild gehört zur Haltstelle "Blumenbrink")

Berliner Platz